PV-Anlagen zur Miete in Deutschland: Eine einfache Anleitung

Die Miete von Photovoltaikanlagen gewinnt in Deutschland immer mehr an Beliebtheit als Alternative zum Kauf. Dieses Modell ermöglicht es Hausbesitzern, von sauberer Solarenergie zu profitieren, ohne hohe Anfangsinvestitionen tätigen zu müssen. Während beim Kauf einer PV-Anlage oft Kosten zwischen 15.000 und 25.000 Euro anfallen, bietet die Miete eine monatliche Zahlungsstruktur mit geringeren finanziellen Risiken. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Vermietung von Solaranlagen, von den Kosten bis hin zu den rechtlichen Aspekten.

PV-Anlagen zur Miete in Deutschland: Eine einfache Anleitung Image by Jan Van Bizar from Pixabay

So funktioniert die PV-Vermietung von der Planung bis zur Installation

Die Vermietung einer Photovoltaikanlage beginnt mit einer detaillierten Analyse Ihres Daches und Ihres Stromverbrauchs. Zunächst prüft der Anbieter die Eignung Ihrer Immobilie durch eine Vor-Ort-Besichtigung oder digitale Dachanalyse. Dabei werden Faktoren wie Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und statische Gegebenheiten bewertet.

Nach der positiven Prüfung erfolgt die individuelle Anlagenplanung. Der Anbieter erstellt ein maßgeschneidertes Konzept, das optimal auf Ihren Energiebedarf abgestimmt ist. Die Installation wird dann von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt, wobei alle erforderlichen Genehmigungen und Anmeldungen beim Netzbetreiber vom Vermieter übernommen werden.

Monatliche Kosten, Verträge und was ist enthalten

Die monatlichen Mietkosten für eine PV-Anlage variieren je nach Anlagengröße und Anbieter erheblich. Typischerweise liegen die Kosten zwischen 50 und 200 Euro pro Monat für Einfamilienhäuser. Die Vertragslaufzeiten bewegen sich meist zwischen 15 und 25 Jahren.

Im Mietpreis sind in der Regel die komplette Anlage, Installation, Wartung, Reparaturen und Versicherung enthalten. Viele Anbieter inkludieren auch ein Monitoring-System zur Überwachung der Anlagenleistung. Die Stromproduktion gehört dem Mieter, der den erzeugten Strom selbst verbrauchen oder ins Netz einspeisen kann.


Anbieter Monatliche Kosten Vertragslaufzeit Inkludierte Leistungen
DZ-4 59-149 Euro 25 Jahre Installation, Wartung, Versicherung, Monitoring
Enpal 99-199 Euro 20 Jahre Rundum-Sorglos-Paket, Stromspeicher optional
Zolar 79-159 Euro 20 Jahre Installation, Service, Garantie
1Komma5° 89-179 Euro 25 Jahre Smart Energy Manager, Wartung

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel erwähnt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Wer kann in Deutschland eine gemietete PV-Anlage bekommen

Grundsätzlich können alle Eigentümer von Immobilien mit geeigneten Dachflächen eine PV-Anlage mieten. Die Anbieter prüfen jedoch verschiedene Kriterien vor Vertragsabschluss. Dazu gehören die Bonität des Antragstellers, die technische Eignung des Daches und die rechtlichen Gegebenheiten der Immobilie.

Besonders wichtig ist, dass Sie Eigentümer der Immobilie sind oder eine langfristige Nutzungsberechtigung haben. Mieter können in der Regel keine PV-Anlagen für fremde Immobilien anmieten. Auch die Dachbeschaffenheit spielt eine entscheidende Rolle - das Dach sollte nicht älter als 20 Jahre sein und ausreichend Tragfähigkeit besitzen.

Vor- und Nachteile der Vermietung statt des Kaufs von Solaranlagen

Die Miete einer PV-Anlage bietet mehrere Vorteile gegenüber dem Kauf. Der größte Vorteil ist die geringe Anfangsinvestition, da keine hohen Anschaffungskosten anfallen. Wartung, Reparaturen und Versicherung sind im Mietpreis enthalten, was für Planungssicherheit sorgt. Zudem übernimmt der Anbieter das technische Risiko.

Nachteile der Miete sind die höheren Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit und die geringere Flexibilität. Bei einem Hausverkauf kann der Mietvertrag problematisch werden, da er auf den neuen Eigentümer übertragen werden muss. Auch steuerliche Vorteile wie Abschreibungen entfallen bei der Miete.

Wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie sich für einen PV-Anbieter entscheiden

Bevor Sie einen Mietvertrag für eine PV-Anlage abschließen, sollten Sie verschiedene Aspekte gründlich prüfen. Fragen Sie nach der genauen Zusammensetzung der monatlichen Kosten und welche Leistungen inkludiert sind. Klären Sie, wer für Reparaturen und Wartung zuständig ist und ob Leistungsgarantien gegeben werden.

Wichtig ist auch die Regelung bei einem Hausverkauf - kann der Vertrag übertragen werden oder gibt es Ausstiegsklauseln? Informieren Sie sich über die Vertragslaufzeit und mögliche Verlängerungsoptionen. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter seriös ist und über entsprechende Zertifizierungen verfügt.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Miete einer PV-Anlage eine attraktive Option für Hausbesitzer darstellt, die ohne hohe Anfangsinvestitionen von Solarenergie profitieren möchten. Durch sorgfältige Anbieterauswahl und Vertragsgestaltung können Sie langfristig von den Vorteilen der Solarenergie profitieren, während Wartung und technische Risiken beim Anbieter verbleiben.